Schriftzug Bürgerschützenverein
Bild einiger Fahnen und Blumenhörner
Bild unserer Kanone
Bild der Vorreiter
Bild vom Klompenzug
Bild des Vereinswappens

Noch 3 Tage bis zur Frühkirmes, 114 Tage bis zur Kirmes und 176 Tage bis zum Oktoberfest
Nächster Termin: Tanz in den Mai / Königsehrenabend (30.04.2017)

Dönekes (Stand 1980)

Sterne fallen vom Himmel

Wie es zu der Idee der netten Geschichten kam.
An einem Sonntagmorgen saßen wir zum Frühschoppen bei Weinacht in Gubberath. Es sollte nicht lange dauern und das Thema kam auf unseren Bürgersehützenverein. In dieser netten Runde erzählte Fritz Schweren von vor dem Kriege folgende Geschichte:
Es muß das Schützenfest 1936 gewesen sein. Bei der Regimentführung ritt Martin Oehmen auf einem Pferd von Roelen. Von seinen Schützenkameraden wurde er vorgewarnt. "Martin paß auf, an der Schmiede scheut das Pferd." Martin aber wehrte ab: "Es werden eher die Sterne vom Himmel fallen, ehe ein Oehmen vom Pferd fällt." Es begann der Festzug und tatsächlich an der Schmiede - das Pferd scheute und Martin lag mit voller Uniformmontur auf der Straße.
Diese Geschichte fand ich so schön, daß daraus die Idee, viele nette Geschichten der Nachwelt zu erhalten geboren wurde.

H. W. Warsönke


Der 32pfündige Schinken

Unsere erste Königin muß, wie auch in unserem Protokollbuch nachzulesen ist, eine herzensgute Frau gewesen sein. Wenn am Schützenfest, nach einer rauschenden Ballnacht, noch einige hungrige Schützen sich bei ihr einfanden, hatte sie für ihre Schützlinge einen 32pfündigen Schinken parat und bewirtete ihre Gäste noch zu nächtlicher Stunde. Im Königshaus schien das Nachtessen gang und gäbe gewesen zu sein. Nachdem am Schützenfestsamstag der Königszug, seiner Pflicht getreu, das Königspaar nach Hause begleitet hatte, zog es einige von ihnen in die königlichen Kellergewölbe. Dort fanden sie neben königlichem Wein auch den königlichen Festtagsbraten für den Sonntag.
Der Braten hat den Sonntag nicht mehr erlebt - ach wie oft mag den Männern des Königszuges dieser Braten in der Erinnerung geschmeckt haben?


Flötentöne

Mit welchem Eifer in dem jungen Verein für das große Fest geübt und geprobt wurde, soll uns diese kleine Begebenheit zeigen.
Das Tambourcorps steckte noch in seinen Anfängen, die Spielleute waren dabei ihr Repertoire zu erweitern und zu vertiefen.
Hierzu nutzte man jede sich bietende Gelegenheit. So konnten die Broicher statt des heute vertrauten Traktorengeräusches früher die Flötentöne des neben dem Pflug hergehenden und übenden Peter Servos weithin vernehmen.
Ob die Pferde allerings durch die Flötentöne zur Leistungssteigerung beflügelt wurden, war nicht eindeutig festzustellen.


Zwej Alde

Wat müje die zwej Alde
vünne Verzäll he halde.
Se stond doch he janz Stolz
ob Klompe, die ut Holz.
Se freue sech och janz jeweß
dat Bärchhoffs Juhann Könnig ess
Wat müje se wahl denke
wohin he de Jedanke lenke.
Dat noch vüür zwej - drej Juar
en Jieroth-Jobberoth jar nix wuar.
Dat jetz esu jruet Schötzefääß
möt Trommel - Flöt un so vüll Jääß.
Wenn jetz he die zwej Alde
didde der Verzäll wier halde
hück no dänne 50 Juar
dann wüet et voller Stolz öne kluar:
Wat mer 2 möt hant anjefange
do brure mer net dröm ze bange.
So welle mer et halde
wie ob dem Bild die Alde.
Lot unges eng zesahme stonn
dann wätt dat Krömche wieger jonn.
Denn jedder van unges liehe meut
en 50 Juar jütt et noch Freud.
Freud an un öm unges Schötzefääß
möt Trommel -Flöt - un ärch vüll Jääß


Bäckereibesuch

Viele Erlebnisse der Vorkriegszeit hängen mit Uniform holen zusammen.
Wenn man so will war dies für viele der Auftakt zum Schützenfest. Im Wachlokal mußten die Uniformen nochmal angezogen werden. - Es wurden einige Schnäpschen und Bier getrunken - das Grüßen und der Parademarsch geübt. Die Zeit verging im Fluge und wenn der Wirt Feierabend geboten hatte, ging es nochmals durch den Ort.
Beim Bäcker Linnartz war man schon zu Werke gegangen und das Licht der Backstube zog die Schützen magisch an. Mit alle Mann ging es rein und die Wärme des Backofens wirkte wie ein Katalysator auf die Müdigkeit unserer Schützen. Nachdem einige Schützen am wärmenden Backofen eingeschlafen waren, übermannte sie die Sehnsucht nach der heimischen Schlafstelle und man zottelte nach Hause.


Ritt durch den Saal

Lukas Pitter (Faßbender) war Adjutant in der Regimentsführung.
Frau Engels wußte uns zu berichten, daß er unter großem Hallo an der einen Seite des Saals einritt und an der anderen heraus.
Haudegen gab es halt zu alle Zeiten.


Frentzens Imbiß

Viele der Besucher unseres Schützenfestes werden sich noch der Verkaufsbude auf der Bedburdycker Straße erinnern. Dort wurden unter anderem am Schützenfestsamstag und -sonntag die leckersten Delikatessen von Willi Frentzen sen. feilgeboten.
Viel zu gerne stürzte er sich nach getaner Arbeit mit dem verdienten Geld in den Festtagstrubel. Aber genauso gerne wollte er dabeisein, wenn er einmal nichts verdient hatte. Dann geschah dies unter seinem Motto: Wer kein Geld hat, hat auch Durst. Schon der Slogan seiner Imbißstube: "Hier kann man futtern wie bei Muttern" läßt uns ahnen, wie unsere Ahnen gerne zu ihm kamen. Seine Sketsche und Scherze wurden mit jedem Hering und jedem Rollmops gratis mitgeliefert.


Ausflug des Jägerzuges

Auch diese Geschichte ist schon Jahrzehnte her.
Körfer Heinrich hatte mit seinem damaligen Jägerzug einen Ausflug an den Rhein gemacht.
Und wie das so geht, wenn der Quartiermeister nicht rechtzeitig losgeschickt wird, alle Zimmer waren belegt. Eine Herbergsmutter erklärte sich bereit, einen Heustall für die wenigen verbleibenden Nachtstunden zur Verfügung zu stellen. Man verbrachte den Rest der Nacht in Heu und Stroh.
Der Kommentar der Herbergsmutter am nächsten Morgen war eindeutig. "Hier waren schon viele Ferkel, aber ihr ward die schönsten Weinleichen."
Ob die Ferkel den Gestank von Weinleichen gewöhnt waren?


Babysitter

Das langjährige Mitglied des Schillzuges, Toni Hoster, wußte uns folgende Begebenheit von vor dem Kriege zu erzählen.
Das Regiment stand an der Gastwirtschaft Engemann zum Antreten bereit, als Frau Schiffer mit ihrem Söhnchen Hans daherkam, in der Wirtschaft noch einiges zu holen. Um ihren Sohn nicht zu frühzeitig an die Theke zu gewöhnen, übergab sie ihn Toni Hoster draußen zum Halten. Plötzlieh spürte dieser etwas Wärmendes an seinem Körper, Hänschen Schiffer mit "Trinkgeldern" nie kleinlich, wollte sich auch hier nicht lumpen lassen. Er fühlte sich halt unter Männern.


Autoschieber

Bei einer Zusammenkunft sagte Heinrieh Corsten einen Satz, der für sich schon eine Köstlichkeit ist:
Für uns Jungen war es immer am Schönsten, wenn in den Sälen Schluß war. Dann wurden Streiche ausgeheckt und ausgeführt. So kamen Haufs Willi, Pfeiffer Jakob, Körfer Johann, Merheim Heinrich und Corsten Heinrich zur ehemaligen Gaststätte Steffens im Broich. Vor der Gaststätte stand ein Auto, in der Gaststätte ein bedröppelter S.A.-Mann, der um Benzin bat. Kurzerhand ging man mit alle Mann ans Werk und fuhr mit dem Auto ohne Benzin, mit Muskelkraft angetrieben durch alle Straßen Gieraths. Erst war der S.A.-Mann am Steuer. Dann rief Haufs Willi aus: "Komm Jong - ech bün jetz dran." Er setzte sich ans Steuer und lenkte das energiesparende Fahrzeug weiter.
Des Schiebens offensichtlich müde geworden ging man endlich nach Auto Broich und bat um einige Liter Benzin. So konnte der S.A.-Mann seine Reise fortsetzen.


Moppe-Meier

Nicht jeder Handelsreisende hatte für seinen Wagen auch eine entsprechende Zugmaschine.
Vieles wurde durch Muskelkraft bewegt, so auch die Bude von "Moppe Meier" aus Epsendorf. Am Ende eines Kirmesfestes bat er die Gierather Jugend, ihm doch dabei zu helfen, den Wagen beim Schmied auf der Gubberather Straße hochzuschieben. Die Jungs, nicht faul, packten sogleich mit an. Sie ließen "Moppe Meier" jedoch die Bude bis zur höchsten Stelle alleine ziehen, gaben dem Wagen dann unter lautem Hallo soviel Schwung, daß das Gefährt über die Kreuzung hinwegbrauste und erst in vor der Kirche zum Stehen kam.


Taxi Frentzen

Nach einem gut verlaufenden Schützenfest fand am Dienstagabend der krönende Abschluß bei Adam Hoster in Gubberath statt.
Viele der anwesenden Gäste wollten nach einer rauschenden Ballnacht mit einem Taxi nach Hause gefahren werden. Als Taxichauffeur fungierte Willi Frentzen sen..
Nach der ersten Fahrt in Richtung Jüchen setzte er seinen Wagen derart in den Acker, daß es weder vorwärts noch rückwärts ging. Kurzentschlossen machte sich Willi Frentzen zu Fuß auf den Weg in Richtung Gubberath zur Gaststätte Hoster. Im noch voll besetzten Saal stellte er sich mitten auf die Tanzfläche, bat ums Wort und verkündete launig und wortstark:
Alles was nach Hause gefahren werden will, muß am "Großen Bogen" einsteigen. Dies hob die Stimmung derart, daß man ans nach Hause gehen nicht mehr dachte.


Et Wettermännche

Wohl zu allen Zeiten gab es in einer Gruppe immer welche, mit denen man, wie es so schön heißt, "et Hännesche" macht. So erzählte Heinrich Merheim, wie sie Heinrich Schwieren zunächst unter Alkohol setzten und in diesem Zustand an das eiserne Torgitter vor dem Mist des Bauern Broich angebunden hatten.
Man brachte ihm bei, wenn es regnet, bewege sich der Torflügel mit ihm nach innen. Doch bei Sonnenschein gehe die Tür mit ihm nach außen auf. Heinrich spielte stolz "Et Wettermännche".
Des Spielchens satt, band man ihn auf einen Kirmeswagen. Fest verschnürt schlief er seinen Rausch aus. Erst als die Sonne hoch am Himmel stand und die "Schlafstelle" brennend heiß beleuchtete, befreiten Kirchgänger den armen Tropf aus seiner mißlichen Lage.


Gute Nacht, Herr Bürgermeister

Die Handwerker des Ortes trafen sich in einem regelmäßigen Turnus abwechselnd in den Gaststätten. Anläßlich einer Zusammenkunft bei Steffens im Broich war es für Cornelius Wassenberg, Josef Fischermann, Michael Schröder und Peter Linnartz etwas spät geworden. Um nun bei ihren Frauen Eindruck zu erwecken, faßten sie folgenden Plan: Wenn wir nach Hause gehen, verabschieden wir uns mit "Gute Nacht, Herr Bürgermeister". Gesagt - getan.
An der ersten Station bei Josef Fischermann wurde sich in der vereinbarten Form verabschiedet.
Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten.
Die vier übrig gebliebenen hatten nicht damit gerechnet, daß der Mond auch eine Rolle spielen könnte.
Als die nächtliche Gruppe bei Fischermann vorbeizog, ließ das gleißende Licht des Mondes der hinter dem Fenster wartenden Frau keinen Zweifel daran, daß sie mit aller Gewalt keinen Bürgermeister erkennen konnte.
Mit halb aufrechtem Gang war Josef Fischermann ganz verdutzt, als er von seiner Frau im Hausflur mit den Worten empfangen wurde: "Ech help üch jetz - gute Nacht, Herr Bürgermeister".


Sanftes Wecken

Irgendwelche Streiche hatte Adam Hoster immer auf Lager.
Als unser Tambourcorps am Schützenfestsonntag zum traditionellen Wecken in Gubberath einbog, stand Adam Hoster auf dem Platz vor seiner Gaststätte und winkte das Corps ab. Auf leisen Sohlen, kamen die Männer des Tambourcorps heran. Dann hieß es Schuhe ausziehen und auf noch leiseren Sohlen ging es die Treppe hoch, vor die Schlafgemächer der Familie. Es wurde Aufstellung genommen und wie ein Donner aus heiterem Himmel ging es los, sodaß seine Frau und seine Kinder vor Schreck aus den Betten flogen. Der Kommentar seiner Frau konnte nur lauten "Du ale Doll".
Anschließend lud Adam Hoster das ganze Tambourcorps zum Frühstück ein. Die Kaffetafel war reichlich gedeckt und jeder bekam auch noch sein Schnäpschen und sein Glas Bier.


Kermestaat

Die Unentwegten des Tanzvergnügens waren in den frühen Morgenstunden des Kirmesdienstag auf dem Weg nach Hause. Ihr Weg führte sie bei Heinrich Lersch vorbei. Dort entdeckten sie auf dem Hof einen Bolderwagen. Irgend etwas wird sich wohl damit anstellen lassen. Sie ergriffen ihn, trugen ihn bis zur Kreuzung und machten sich auf den Weg nach Gubberath. Wollten die Spätheimkehrer schon zum Bahnhof?
Unterwegs trafen sie S.M. Heinrich Schoog und Königin Grete, die ebenfalls auf dem Heimweg waren. Nun fanden sie Verwendung für ihr "Beutestück". Sie luden das Königspaar auf ihren Wagen. Mit der "Königskutsche" vor der Residenz angekommen verspürte man Hunger und einer meinte: "Gritta, donn unges jet ze äeße." "Ech kann üch äver nur jet Taat jeäve." Diese war hochwillkommen. Der längste der Nachtschwärmer nahm die Stücke aus dem Fenster entgegen mit der Bemerkung: "Gritta, donner meeh zwej, ech hann ene lange Maach." Aus einem Stück wurden zwei, und aus zwei wurden noch viele mehr. Nichts blieb übrig von der beliebten "Kermestaat".


Die Fledermaus

Diese kleine Geschichte ist bei den Spielleuten des Tambourcorps, das schon lange vor dem Schützenfest bestand, noch in guter Erinnerung.
Sie ereignete sich zu einer Zeit, als sich das Feiern noch in den Wirtschaften abspielte.
Hoster Adam hatte die Jungen eingeladen. Man aß und trank und amüsierte sich.
Dann betrat ein schon leicht angeheiterter weißhaariger Herr in Begleitung seines Hundes die Gaststube.
Er belästigte die Tambouren und Hornisten und feixte mit dem Wirt solange, bis dieser das Fenster öffnete und den Hund hinauswarf. Der Wirt drohte ihm das gleiche Schicksal an und bat ihn, er möge die Männer des Tambourcorps in Ruhe lassen. Umsonst. Es kam wie es kommen mußte. Er faßte den Gast kurzerhand beim Wickel und draußen war er.
In seiner dichterischen Art drückte Adam Hoster es so aus:
"Der Vogel flog zum Fenster raus, ich dacht es wär 'ne Fledermaus."


Kanonenklau

Zu Zeiten des Artilleriezuges stand in Gubberath eine Kanone von ansehnlicher Größe und beachtlichem Gewicht. Die Schwarzen Husaren, die auf dem Rückweg von einer Veranstaltung waren, meinten die Kanone mit nach Gierath nehmen zu müssen.
Hier hatten sie jedoch die Rechnung ohne die Söhne des Wirtes gemacht. Durch den Krach aufgeweckt, denn Gubberaths Straßen waren holprig, entdeckten sie die Gaunerei und liefen hinterher um den Gierathern abzujagen, was den Gubberathern gehörte. Ungefähr da, wo sieh heute unser Kirmesplatz befindet, kam es zur "Schlacht" um die Kanone, die dabei selbst aber nicht eingesetzt wurde. Nach der Schlägerei traten die Schwarzen Husaren den Rückzug an und die Kanone konnte wieder in die Garnison gebracht werden.


Der Retter Gubberaths

Zwei Geschichten sollen beweisen, daß man auch in der etwas wirren und armen Zeit kurz nach dem Kriege 1945 zu Scherzen aufgelegt war.
Beim Einmarsch der Amerikaner am 28.2.1945 trafen sie zuerst auf den erbitterten Widerstand unseres damaligen Bahnhofsvorstehers Ludwig Ganderath. Nachdem die Amis in einem heldenhaften Einsatz ihm von seiner Reichsbahnuniform die Schulterstücke, Spiegel und Tressen abgerissen hatten, führten sie ihn unter großem Waffenaufgebot ab. Nun behauptete Ludwig Ganderath immer wieder, die Gubberather müßten ihm ein Denkmal setzen, da er beim Anrücken der amerikanischen Panzer geistesgegenwärtig und unter Einsatz seines Lebens die Schranken runter gedreht habe.
Durch diesen heldenhaften Einsatz wäre verhindert worden, daß die amerikanischen Panzer in Gubberath einfallen konnten.
Ob sich in Kürze der Gemeinderat mit dieser Sache näher befaßt, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.


Bettgeflüster

Nunmehr war Gubberath fest in amerikanischer Hand. Da diese von so weit angereist waren, mußten sie ja auch Quartiere haben.
Es mußten eine Reihe Häuser geräumt werden und die Bewohner kamen auf der damaligen Bahnstraße bei Bister zusammen. In einem einzigen Raum hatte man Stroh ausgebreitet auf das man mit 5 oder 6 Familien auf engstem Raum zusammengedrängt schlafen konnte. Unter den dort befindlichen Schlafgestörten befanden sich auch zwei ältere Damen, nämlich Anna und Luise Güttges. Nachdem soweit alles zu Ruhe gekommen war, entspann sich zwischen diesen beiden folgender Dialog:
Luise: "Ann, wo hammer de Hakenkreuzfahn?" Anna: "Waröm, mösse mer die erut hange?"
Ob in der ersten Stunde nach diesem Dialog noch jemand geschlafen hat, wage ich zu bezweifeln.


Ongerbox-Parade

Em Juar 49 en schöne Jeschichte,
die brutt van unges kenne ze bichte.
Zwej Puatze, ene Stinge un Wellem vam Broch,
mer fuete möm Rad no Kooschebroch.
Un merr veer Dolle
maute unges de Uniform holle.
An jedder Wietschaff wued eene jehuave.
So kuame mer no Noienhuave.
Un mer hodde wie unges Ahne -
eene jelahne, eene jelahne.
Bei Holze Hännes an der Teek
do kuam en dolle Wett ze weg,
Et jing öm janze 20 Beer
bei ungesem Duesch - die hödde mer jiär.
Möt Ongerbox un Uniformrock
mer maute marscheere dem Dörp erop.
Da Puatze jing füer - mer hengedrenn.
So jing et stramm dem Dörp erenn.
Dat janze Dörp wuar paff un platt
dat hodde se noch net jehatt.
So wuar et fröher en ungesem Verein
Hück paek unges he un do et Zipperlein

Stinge Jries


Ferkeszoch

Der Jägerzug "Brave Jonge" möchte die Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins dazu nutzen, zu erklären, wie es zu dem Namen "Ferkeszoch" kam.
Es geht zurück auf das erste Schützenfest nach dem Kriege. Großfackeln wurden am Samstagabend noch nicht - (wieder) - mitgeführt. Doch die "Brave Jonge" allen voran Hüls Jupp (Wassenberg) wollten etwas anderes, lustiges. Aus diesem Grunde hatten sie ausgefallene Lampions gekauft, was übrigens zur damaligen Zeit gar nicht so einfach war. Diese Lampions, die Ferkel darstellten, ließen sie durch einen Jungen, der ein Transparent mit der Aufschrift "Jetzt kumme de Ferke" trug, ankündigen.
Nun weiß jeder nicht Eingeweihte, daß nicht die Streiche und Trinkfreunde ausschlaggebend waren, einem der ältesten Züge des Regiments seinen uns allen bekannten Beinamen zu geben.
Vielleicht kann man den Stolz verstehen, mit dem sich die "Brave Jonge" gerne "Ferkeszoch" nennen.


Feldquartier

Die dreißig Jahre wird es jetzt her sein, da gab es eine "Story" (von vielen übrigens) die es wert ist, daß sie der Nachwelt erhalten bleibt.
Zu dieser Zeit gab es weder eigene Uniformen noch hatte jeder zweite einen motorisierten, fahrbaren Untersatz, wie das heute der Fall ist. Man pflegte noch das gute, alte Fahrrad und mit solchem fuhren wir jedes Jahr am Freitag vor dem Schützenfest in Richtung Korschenbroich um die Uniformen abzuholen, die dort entliehen wurden und zwar noch für eine Gebühr von sage und schreibe DM 6.-.
Zwangsläufig führte der Weg an vielen Kneipen vorbei doch auf der Hinfahrt waren sie weniger von Interesse.
Überspringen wir nun die Zeremonie des Anprobierens, des Feilschens um jeden "Cent" und um jede Fangschnur im Kostümverleih und wenden wir uns der Heimreise zu:
In Waat gab und gibt es eine Gaststätte Schnitzler die wir alljährlich mit unserem Besuch "beehrten". Nach etlichen Runden wurde dann auch zu Abend gegessen. Nicht in dem Sinne wie wir das heute kennen mit Bockwurst, Schnitzel und Fritten, sondern wir holten den Kolonialwarenhändler und Bäckermeister aus der Nachbarschaft aus dem Bett und kauften nach Ladenschluß ein: Brot, Wurst, Butter, Ölsardinen, Plaumentorte u.a.. Diese merkwürdige Zusammenstellung des "Menüs" hatte sich bei uns eingebürgert. Die Torte wurde mit dem frischpolierten Degen geteilt. Mit der gleichen "Waffe" die Ölsardinen ,aus den Büchsen entfernt. Nachher sah es aus wie in dem Film: "Das große Fressen". Da wir auch mittlerweile ziemlich viel gebechert hatten, mag der geneigte Leser absehen können, wann die ersten von uns den Kanal voll hatten und Heimweh bekamen.
Wir schwangen uns also (sofern man zu diesem Zeitpunkt noch von schwingen reden konnte) auf unsere Drahtesel und kreuzten gegen den Wind in Richtung Hahnerhof. Bevor wir die Türme von Sankt Martinus erblickten, war es jedoch Mitternacht geworden, Zeit zum Schlafen. Da wir in diesem Augenblick einer "Strohmiete" ansichtig wurden, schlug einer vor, hier zu nächtigen. Karl-Heinz (Adams) war der erste, der ob dieses guten Vorschlags sein Vehikel in den Straßengraben rollen ließ und querfeldein in Richtung Strohschober verschwand. Andere folgten stehenden Fußes. Auch ich hielt es für besser, da ich Karl-Heinz' komische Gangart erkannte, ihm zu folgen. Mit laut hallenden Säbelhieben begannen wir nun, die Ballen zu zerteilen, um eine gemütliche Lagerstatt zu schaffen. Wir hatten uns auch noch mit Flaschenbier versorgt und dieses in die Hosentaschen gesteckt.
Spätestens an dieser Stelle muß ich bemerken, daß von allen Betrunkenen der am schönsten und am meisten Betrunkene, Karl-Heinz war. Als wir uns nun alle zur Ruhe gelegt hatten, kam es ihm in den Sinn, noch eine Zigarette zu rauchen. Zwei Streichhölzer hatte er schon versucht, ohne Erfolg. Beim dritten Hölzchen war ich plötzlich hellwach. Mit einer Vehemenz, die man mir normalerweise nicht zugetraut hätte, schoß ich auf ihn zu und entwand ihm Streichhölzer und Zigarette. Er wehrte sich tapfer und als die anderen hinzukamen, sank er auf seine Schlafstatt zurück und entsetzliche "Sägegeräusche" kündeten sein Hinübergleiten in die Traumwelt.
Auch wir legten uns erleichtert wieder hin und schliefen bis in den hellen Tag.
Karl-Heinz wurde als erster wach und schimpfte wie ein Rohrspatz: "Die Spetzboove, mech hantse de Zerätte on de Schwiäjele jeklaut - äver de Flääsch Beer en dr Boxetääsch hantse net fonge!"
So begann eines von den vielen Schützenfesten, die wir erleben durften und wenn man sich vorstellt, daß Karl-Heinz als "Brandstifter" Erfolg gehabt hätte, dann wäre der "Fackelzug" schon um etliche Stunden früher losgegangen.

J. St.


Jrühlzoch

1949 gründeten die Gubberather Jungen den Marinezug in "der Elme". Damals der schönste Flecken in Gubberath am Ortsausgang Richtung Jüchen. Hier hatten die Jungen auch ihre Zugversammlungen bei Knolleschnaps und Akkordeonmusik.
Es waren schlechte Zeiten. Keiner hatte Geld in der Tasche. Ein Gaststättenbesuch war nicht drin. Dies wurmte den Gastwirt Adam Hoster. Er hielt uns für dorffremd und jrühlich. Von da an hatte der Marinezug den Namen "Jrühlzoch".


Budenspektakel

Als Kessels Jupp, langjähriges Mitglied des Vorstandes des Bürgerschützenvereins, noch selbst über das leibliche Wohl der Zeltbesucher sorgte, hatte er einmal Schwierigkeiten mit seinem Budenstand.
Die Zeit war schon vorangeschritten und durch den Alkohol war der Blick der Schützen etwas getrübt. Bei einigen führte dies dazu, daß sie glaubten, die Imbißbude stünde nicht mehr auf dem zugewiesenen Platz. Hilfsbereit wie man war, sollte alles ins rechte Lot gerückt werden. Die Kräftigsten begannen an der Bude zu ziehen und zu heben. Der "Ieß-Kääßel" nahm das zum Anlaß ein Spektakel zu veranstalten. Er schrie und tobte. Der Auflauf wurde immer größer. Der Verkauf ebenso. Wenn die Bude auch inzwischen auf der anderen Seite des Baches stand, zum Schluß wurden die "Übeltäter" mit Spezialitäten seiner Imbißbude belohnt.


Der Strung vom Landratsamt

Vor dem Schützenfest 1949 hatten sich der Schillzug unter Hermann Creutz und der Marinezug unter Kaspar Fabry zusammengetan, um eine Fackel zu bauen. Sie stellte ein einfaches Haus dar. Die Bemalung lag in den Händen von Hermann Lexis. Da wir uns über die Dachfrage nicht einigen konnten, wurde der einzige Fachmann in unseren Reihen, Jakob Strerath, hinzugezogen. Nachdem er alles fachmännisch ausgemessen hatte, ließ er trotzdem die Frage offen, ob das Dach mit Dachpappe oder Dachziegel und Strohpuppen gedeckt werden sollte.
Die Geschichte hätte bald ein tragisches Ende gefunden. Unser Dachdecker fiel 3 Tage vor unserem Schützenfest in Grevenbroich vom sog. Landratsamt.
Trotz einiger Knochenbrüche und längerem Krankenhausaufenthalt hat er den Sturz relativ gut überstanden. "Königs Lang" hat nun stets behauptet, Jakob sei wegen einer Wette um 3 Zigaretten vom Landratsamt heruntergesprungen. Die Bemalung der Fackel erfolgte in Clouths Scheune. Prompt am Schützenfestsamstagnachmittag sprang uns eine Katze - in Unkenntnis der Haltbarkeit von Papier - durchs Dach der Fackel (Bei Dachziegel wäre das nicht passiert). Die Fackel wurde auf Clouths Plateauwagen gestellt und von der guten alten Betty mit Clouths Hein am Zügel durch unsere Ortschaften gezogen.
In diesem Haus fungierte Creutz Jüppche als Hausherr, worin natürlich Tische und Stühle standen und was machen Männer daran - sie trinken sich halt einen. Aber was ist ein Püddelchen für 20 Leute?
Andreas Hütges wurde von Clouths Hein mit 50,- DM losgeschickt um eine Flasche Schnaps zu besorgen. Was nun der Zufall wollte, der Wirt konnte einfach nicht wiedergeben, so war Andreas zu seinem größten Leidwesen gezwungen, für die 50.- DM "Heiße Ware" mitzubringen, die dann für die nötige Stimmung sorgte.


Fußball-Trainers "Talfahrt"

In den fünfziger Jahren konnte der SV 1919 Gierath erstaunliche Erfolge verbuchen, schaffte er doch den Aufstieg in die Bezirksklasse. Doch wie das Leben so spielte:
Wie gewonnen, so zerronnen! In der Folgezeit kamen die Einbrüche. Abstieg in die erste Kreisklasse und wenig später sogar in die zweite Kreisklasse.
Die Tatsache, daß in einer Festschrift des Bürgerschützenvereins die Erfolge und Mißerfolge des Sportvereins aufgezeigt werden, beweist schon, daß die Vereine damals wie heute eng zusammenarbeiten.
Um aber nicht Gefahr zu laufen, sich einen Minuspunkt wegen Abweichung vom Thema einzuhandeln, nun unsere Geschichte:
Gerade die turbulenten Geschehnisse im SV veranlaßten uns, daraus ein Fackelthema zu zimmern. Nicht etwa, weil wir den "Blauweißen" eins auswischen wollten, dazu waren wir allesamt viel zu fußballbegeistert. Nein - es war einfach Usus, geschehene Dinge durch den Kakao zu ziehen bzw. zu karrikieren und zwar in Gestalt einer Fackel. Die Vorschläge für das "Werk" gingen vom Riesenfußball über eine Achterbahn bis hin zum überdimensionalen Fußballschuh der bergab schreitet. Schließlich und endlich einigten wir uns darauf, daß wir ein Karussell bauen wollten, eine Berg- und Talbahn mit vielen Extras. Statt Sessel und Autos sollten elf Spieler an Fallschirmen hängend talabwärts sausen. Aber der Clou oder wie man sagt: Das I-Tüpfelchen sollte eine Riesenfigur sein oben auf dem Dach des Karussells, der Trainer, dargestellt mit Taschentuch (Merheims Franz weinte damals oft bei Ansprachen in den Versammlungen). Deshalb hatten wir auch Trainer mit "ä" geschrieben - sprich: Träner! Die Geschichte war ja auch wirklich zum heulen.
Zunächst aber nahm unser Karussell von Tag zu Tag mehr und mehr Formen an. Für den Hubschrauber allerdings, der die Rettung aus der Talsohle herbeiführen sollte, war die Dachkonstruktion zu schwach und so wurde er kurzerhand auf eine Wagendeichsel placiert.
Dann aber kam der Trainer an die Reihe. Mit Mühe und Not, Leitern und Stricken, Flaschenzügen und ähnlichen Hilfsmitteln bugsierten wir "Merheims Franz" auf das Dach des Karussells. Nach stundenlanger "Operation" ward das Werk vollbracht und voller Stolz steht der gesamte "Schwarz Husaren-Zug" da und betrachtet und begutachtet das Ungeheuer von allen Seiten. Zufrieden schloß Broichs Theo das Garagentor, nachdem er zum xten Male die Lichtanlage überprüft hatte.
Der Schützenfestsamstag kam heran. Wir schoben unser Kunstwerk nach draußen - das heißt - wir wollten schieben. Leider war der "Träner" zu groß geraten und blieb mit seinem Kappeskopp in der Garage - alles Übrige befand sich bereits draußen.
"Was tun?" sprach Zeus. Die Gedanken rasten uns im Kopf herum, wie die Drohnen im Bienenstock von Mejesch Hein. Viel Zeit zum Überlegen blieb uns jedoch nicht und der Termin zum Antreten rückte näher und näher. Hundert Vorschläge wurden uns unterbreitet. Die ganze Bedburdycker Straße wollte helfen, uns aus dem Dilemma herauszuholen. Bis dann einer die Idee des Jahrhundert hatte. Ob er seine Anregung nun aus Karl-May-Büchern oder aus Wildwest-Filmen hatte, jedenfalls meinte er:
Wir werfen dem Kerl ein Lasso über und dann wird er heruntergezogen. So geschah es, der arme Trainer bekam ein Lasso übergeworfen, einer zog an seinem Kopf (übrigens: heutzutage rollen die Köpfe der Trainer in der Bundesliga viel öfter) die anderen zogen den Fackelwagen und wir standen im Freien. Schweißgebadet aber glücklich, daß die Sache doch noch gelaufen war. Das Seil aber blieb während des Festzuges am Hals des unglücklichen Trainers hängen, was man allerdings als Drohung auffassen sollte, daß es ihm wie Tom Dooley ergehen würde, wenn der Abstieg des SV Gierath noch weitergehen sollte.
Daß der Bau dieser Fackel uns immer in besonderer Erinnerung bleiben wird, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.

J. St.


Ritterschlag

Im Jahre 1949 war beim Jägerzug "Brave Jonge" Ludger Sieben Zugkönig. Wie es sich für einen König geziemt, wollte er einen seiner Getreuen zum Ritter schlagen. Er ließ darum seine Gefolgsleute in einem Kreis um sich herum antreten.
Willi Reiff, so wollte es der König, sollte in den Adelsstand erhoben werden.
Für den Ritterschlag holte der König so weit aus, daß er Johannes Merheim dabei zu Boden streckte. So hatte er auf einen Streich zwei Schützen zum Ritter geschlagen.


99 Kisten Blumenkohl

In jedem Jahr vor dem Schützenfest taucht immer wieder die gleiche Frage auf: Wird bis zum Schützenfest die Ernte eingebracht sein. Werden die Bauern mit uns gemeinsam Schützenfest feiern können, oder müssen sie an den Tagen mit ihren Mähdreschern raus?
Denn eine Sorge hat der Bürgerschützenverein mit den Bauern gemeinsam: Wie wird das Wetter? Nun kann es sein, daß nicht nur das Getreide zu ernten ist, sondern auch z. B. Blumenkohl.
Gottlob gibt es noch hilfsbereite Schützen, und so kam es zu einer Wette zwischen Willi Flören und Theo Meurers einerseits und Gottfried Hütges, Andreas Hütges und Walter Berghoff andererseits, daß nämlich die letzteren bereit waren im Blumenkohl zu helfen, wenn an dem Schützenfestmontag geschnitten werden mußte.
Gesagt getan - die drei Letzteren warteten, um das lästige Aus- und Anziehen zu sparen bei Weinacht den Morgen ab - Punkt 4 Uhr ging es vom Tresen zum Blumenkohlfeld. Nach getaner Arbeit wurden die vollen Kisten gezählt und siehe da, es waren 99. Spontan war die Reaktion von Walter Berghoff: dann bezahle ich den 100sten beim Kolmpenball an der Theke. Und so geschah es, nach einem deftigen Frühstück bei Flören ging es gemeinsam zum Klompenball ...
Na ja, Kondition muß man haben.


Vatertags-Wette

Es muß jetzt 15 Jahre her sein, da weilte die Fahnengruppe zu Vatertag in einem Gasthaus in Steinforth.
Man hatte Willi Aretz getroffen, mit ihm gekartet und getrunken. Als die Stimmung so richtig ausgelassen war, wurde eine Wette gemacht.
Willi Aretz glaubte, die Fahnengruppe sei zu feige in Schlich den Festzug mitzumachen. Daß er die ausgesetzten 100 Glas Bier berappen mußte war klar, daß er dies mit Freuden tat, sonnenklar.


Fackelbau

Die schönsten Geschichten erlebte der Marinezug beim Fackelbau. 10 Jahre, von 1950 - 1960, hat der Marinezug Großfackeln erstellt, immer mit Erfolg. Viele Geschehnisse in unseren beiden Ortschaften wurden glossiert.
So der "brennende Blumenkohl" von Broich Jupp. Der nächtliche Ritt von Hans Schiffer sen. in Unterhose und Unterhemd. "Die musikalischen Kühe" von Pittiseh Willi oder das "fidele Bundeshaus" in Gubberath. Auf den Fackeln sah man auch manches Dorforiginal wieder, so Adam Hoster, Boek Matthes, Königs Lang, Ieß Kääßel usw.
Meist in Flörens Scheune wurden die manchmal 8 m langen Gebilde geschweißt, beklebt, illuminiert und bemalt. Oft erlebte man, daß über Nacht die Katzen am Werk gewesen waren, viele Löcher im Papier verrieten es.
Einmal, - einen Tag vor dem Fackelzug, passierte es unserem "Klene Willi" (Matthäus).
Er fiel von oben in die Fackel. Wir hätten ihn steinigen können. Was tun? 15 Mann vom Marinezug, dazu Hütges Gottfried, machten die Nacht zum Tage. Müde, aber glücklich konnte man anderntags die neu erstandene Fackel präsentieren.
Einmal mußten wir um unsere Fackel bangen, weil eine Frau, die wir fackelmäßig verewigten, uns diese kaputtschlagen wollte. Es ging laut zu am "Bahneeng". Creutz Jüppche schaffte es schließlich die liebe Frau zu beruhigen.
Es war die schönste Zeit des 30jährigen Marinezuges.


Kirmeserlebnisse

Eigentlich müßte innerhalb des Bürgerschüzenvereins ein Verwundetenabzeichen ausgegeben werden können. In frühester Jugend hatte es unser Präsident bereits mit dem Schützenfest gepackt. Vor dem Kriege wurden die Kirmeswagen nach dem Festzug zu den Bauern zurückgefahren. Dabei lud sich die ganze Dorfjugend selbst ein in den Wagen mitzufahren. Wie Trauben hingen sie an den Wagen. Wer durfte dabei nicht fehlen . . . unser Präsident! Doch plötzlich rutschten ihm die Füße weg, und er fiel runter. Die eisernen Räder des Ehrendamenwagens fuhren ihm über die rechte Hand. Ergebnis: der rechte Daumen ist auch heute noch 5 mm breiter als der linke.
An einem Schützenfestmontagmorgen hielt es ihn kaum in der Schule. Mit dem Klingelzeichen ging er per Laufschritt auf Klompen nach Hoster in Gubberath um einige Blicke wenigstens beim Klompenball wagen zu können. Plötzlich fliegt ihm der Terrier von Hosters ins Gesicht und beißt ihm voll in die Backe (Gesichtsbacke).
Beim Fackelbau wurde nicht immer gearbeitet, sondern auch jede Menge Quatsch gemacht. Dabei lief er Zimmermanns Peter ins Kabelmesser. Aber Dank der Präzisionsnadel von Dr. Hoster verlief auch diese Untat glimpflich.
Beim schützenfestsamstäglichen Schmücken zerbrach die Leiter in zwei Stücke. Ergebnis: Verstauchter rechter Arm.
Nach alter Gubberather Tradition mußte bei S.M. Hans V. (Schlaven) und Königin Maria mit Karbid in Milchkannen geschossen werden. Mit zunehmendem Alkoholgenuß wird man immer leichtsinniger, und die Schüsse werden mit der "Fimp" losgelassen. Dabei schlug die Flamme zurück und die ganze rechte Hand war verbrannt.
Bei dem Versuch vor dem Festzelt Kampfhähne auseinander zu halten, biß man ihm ein Monogramm in den Bauch. Wie man sieht, hat er offensichtlich alle Stürze, Verbrennungen und Bisse gut überstanden. Daß er davon irgendwelche Schäden behalten hätte, sind reine Spekulationen.


Ein "Schiffer" hoch zu Roß

Kirmesdienstag 1955, im Königsjahr S.M. Josef III. (Weiller), wollte unser damaliger Kassierer Hans Schiffer nach der Kassenabrechnung im Festzelt noch nicht nach Hause. In der benachbarten Königsresidenz herrschte Jubel und Trubel. Dorthin zog es ihn. Da es Hans Schiffer an scherzhaften Ideen nie fehlte, sattelte er heimlich in der Nachbarschaft ein Pferd, entledigte sich der Hose seines schwarzen Anzuges und ritt mit strahlend weißer Unterhose, hoch zu Roß in's "Königsschloß".

Mit "Hallo" ward er empfangen,
doch um die Kasse mußt' man bangen,
denn die stand derweil verlassen
draußen in der "Weillergasse".


Brandwache

Gegründet wurde der Jägerzug "Schöne Jonge" im Jahre 1959. Schon zum damaligen Zeitpunkt war er einer der stärksten Schützenzüge, der dann im Verlaufe seiner 21jährigen Vereinszugehörigkeit schon 2mal einen Schützenkönig aus seinen Reihen küren konnte.
Als erster aus diesem Jägerzug schoß Lorenz Haupts im Jahre 1969 den Königsvogel von der Stange. Der zu diesem Zeitpunkt an Jahren noch recht junge Zug, konnte dann sein Interesse am Vereinsgeschehen durch die Erstellung einer recht ordentlichen Residenz für Lorenz den I. unter Beweis stellen.
Nach einem zwar verregneten, aber trotz allem harmonisch verlaufenden Schützenfest, mußte am darauffolgenden Mittwoch diese Residenz abgeschmückt und das Tannengrün verbrannt werden. Hierzu mußte Philipp Merheim als Brandwache das Feuer bewachen. Er wurde mit einem Feuerlöscher und einem Eimer Wasser ausgestattet, an den Brandort gebracht und dann prompt vergessen.
Erst am späten Nachmittag traf Philipp dann, schwarz vor Ruß, durstig und sehr ärgerlich bei seinen schon stark angeheiterten Kameraden im Wachlokal ein.
Seine Reaktion .... er setzte sich allein an einen Nebentiseh und war nur noch durch mehrere Aufmunterungsbiere zu bewegen, seine Feuerwache zu vergessen.
Zum 2. Mal konnte dann aus diesem Zuge im Jahre 1977/78 ein Schützenkönig - Hans der VII., Kreuels - gekrönt werden. Mit einer wahrlich schmucken Residenz, die als Modell schon während des laufenden Schützenjahres erarbeitet wurde, überraschte der Zug dann das ganze Dorf.
Diese war großzügig gebaut, dem Herrscherhaus genau angepaßt, und bei Anbruch der Dunkelheit konnte sich jeder an dem bunten Lichterspiel erfreuen.
Aber auch tierliebe Menschen sind in diesem Zug Mitglied, so zum Beispiel Wilfr. Reiff, der an einem Krönungsabend das Pferd "Rudi" mit einem Rolladenband und einer Zuckerstange im Broich von der Weide holte und zum Tanze führte.
Soweit der Lebenslauf des Jägerzuges "Schöne Jonge", der hofft, daß er auch einen großen Teil der nächsten 50 Jahre Bürgerschützenverein mitgestalten kann.


Oberstsuche

In einem Schützenverein geht nicht immer alles so reibungslos wie man dies als Außenstehender annehmen möchte.
Im Schützenjahr von Willi Willkomm hatte der Verein keinen Oberst.
Der Präsident Hermann Wollmer und sein Vize Hüls Jupp (Wassenberg) wurden daher bei Theo Meurers vorstellig und baten ihn, doch dieses Amt zu übernehmen. Dieser wußte nicht, wie er sich entscheiden sollte.
Als ihm Jupp jedoch klarmachte: "Mer hant er kenne; wells du dann, dat mer unges eene en Bebber liehne jont?" Da waren die Würfel gefallen.


Pastorenwein

Es ist Kirmessonntagabend und die Gäste S.M. sind um die Tafel versammelt. Nur Pfarrer Lennartz fehlt noch. Der Adjutant Reiff wird losgesehickt um nachzufragen, wo Hochwürden bleibt. Dieser spielt mit seiner Haushälterin gerade Karten. Er ist noch immer unschlüssig. Aber dann geht er doch sich umziehen. Seine Haushälterin bat er doch dem Gast derweil ein gutes Gläschen Wein einzuschütten. Da es etwas länger dauerte, wurden aus dem Gläschen mehrere, wobei Frl. Jussen es jedoch tunlichst vermied, dem Gast das Etikett der Flasche zu zeigen. Als der Pfarrer nun zurückkam, war der Adjutant des Lobes voll über den guten Wein. Pfarrer Lennartz winkte nur ab. Er wußte auch warum; denn als der Gast sich erhob, merkte auch er die Wirkung. Heute danach gefragt, meint Willi Reiff noch immer: "Dä es extra jet länger blieve."


"Taufe" in der Tonne

Der Jägerzug "Edelweiß", der seit seiner Gründung im Jahre 1967 an Geschehnissen und Veranstaltungen des Bürgerschützenvereins teilnimmt, findet sich jeden Schützenfestdienstag bei seinem Oberleutnant Dieter Ganderath in Gubberath zu einem zünftigen Umtrunk ein.
Hier werden dann nicht nur die Voraussetzungen für die später stattfindenden Paraden geschaffen, sondern auch die neuen Mitglieder gebührend willkommen geheißen.
Unser Freund Franz-Josef (Dicken) hat seinen Einstand auch heut noch in bester Erinnerung.
Auf dem Höhepunkt des Festes wurde er, die Gunst des strahlenden Sonnenscheins nutzend, in eine Regentonne gesteckt. Der Oberbekleidung hatten wir ihn natürlich vorab entledigt, so daß es ihm ein leichtes war, den eiligst gemixten Willkommenstrunk in der Tonne stehend zu schlürfen.
Da zu der äußeren jetzt noch die innere Hitze kam, schütteten wir ihm kurzerhand eine Wanne Wasser über den Kopf. Jetzt durfte er dem Faß entsteigen. Da dies jedoch sichtlich auf Schwierigkeiten stieg, wurde die Tonne samt neuem Zugmitglied einfach umgekippt.
"Wat ben eech frou, dat mer nur eemol en dä Zoch kütt", war der einzige Kommentar.


Gründungsschwierigkeiten

Schützenfest 1974 sahen wir uns mit einigen Kameraden den Schützenzug an. Dabei kam uns die Idee, wir waren schon einige Jahre bei den Edelknaben, selbst einen Jägerzug zu gründen.
Dies war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden, weil wir nur 5 an der Zahl waren.
Wie es der Zufall wollte, trafen wir am Abend im Zelt einige Kameraden, die ebenfalls einen Jägerzug gründen wollten, aber vor dem selben Problem standen wie wir. Wir taten uns zusammen.
Aber schon auf der 1. Zugversammlung (wir 5 wollten einen Freund aufnehmen, die anderen nicht) kam es zu einem kurzen Streit, der zur Folge hatte, daß es wieder zwei halbe Jägerzüge in Gierath gab. Wir gaben den Gedanken der Gründung eines Jägerzuges jedoch nicht auf, sondern machten uns vielmehr am gleichen Abend auf um in unserem Bekanntenkreis Mitglieder zu werben. Wir mußten daher auf irgendeine Weise ihr Interesse wecken. Dies geschah mit so zweifelhaften Versprechungen:
er dürfe in unserem Zug z. B. Zugkönig oder Zugführer werden.
So hatten wir gleich unsere Zugführung zusammen. Dies geschah am 21.9.1974. Am gleichen Abend wurde die 1. Versammlung des Jägerzuges "Jröne Jonge" einberufen.
In der folgenden Zeit hatten wir einige Zu- und Abgänge. Doch nun hoffen wir endgültig die richtige Besetzung zu haben um den Schützenverein Gierath-Gubberath nach innen und außen gut zu vertreten.


Nasse Gartenparty

Der Jägerzug "Roter Hirsch" feiert jedes Jahr Kirmesdienstag beim jeweiligen Zugkönig mit Kind und Kegel eine "Bomben"-Fete.
1975 sollte das Ganze bei unserem Zugkönig Hans-Josef Breuer stattfinden. Weil aus irgendeinem Grund die Party bei Breuer abgeblasen wurde und wir nicht wußten wohin mit den Leuten, fragten wir bei Mutter Adams an, ob wir uns im Garten niederlassen dürften. Wir durften!
Ruckzuck wurden Stühle zusammengetragen und neben dem Swimmingpool plaziert.
Nach kurzer Zeit herrschte bei strahlendem Sonnenschein eine ausgelassene Stimmung. Irgendwann kam einer auf die Idee eine Frau in voller Montur ins Schwimmbecken zu werfen. Das war das Stichwort. Nacheinander flogen sämtliche Frauen ins Wasser.
Als kein weibliches Wesen zum Reinwerfen mehr vorhanden war, weil alle schon im 3.50 m großen Swimmingpool planschten, folgten die Herren der Schöpfung auf dem Fuße. Schließlich befand sich der "Rote Hirsch" mit Mann und Maus in Adams winzigen Swimmingpool. Damit war die improvisierte Gartenparty buchstäblich unter Gelächter und Getobe mit Glanz und Glorie ins Wasser gefallen.


Das 10 Markschiff

Am Sonntagmorgen nach dem Königsehrenabend 1974 standen wir, getreu dem Gesetz:
Die alten Deutschen tranken noch eins eh' sie gingen im Festzelt an der Theke. - Die Rede war von der Bühnendekoration, die Werner Berghoff beim Marinefest mit einem Segelschiff geschaffen hatte.
Ungläubig wie Willi Reiff ist, wollte er nicht glauben, daß es sich um die Nachbildung der "Gorch Fock" handelt, die auf jedem 10 Markschein zu sehen ist.
Es kam schon fast zu einer Wette. Bis Werner Berghoff als Beweis seinen letzen 10 Markschein aus der Tasche zog und Willi Reiff, ohne einen Blick auf das Beweisstück zu werfen, gab dem Kellner 10 Mark und bestellte eine Thekenrunde. Allerdings reichte ein "Gorch Fock" nicht für diese Runde und Willi Reiff segelte den Rest dazu.


Die Königsmacher

Am Kirmesmontag achtundsiebzig,
die "Wildschützen" fanden's bei Franz so gemütlich,
Die ersten Biere wurden getrunken.
schnell war man im Gespräch versunken.
Da begannen schon die Diskussionen
wer wird als König oben thronen.
Der Hennes fand die Idee ganz toll,
daß es ein "Wildschütz" werden soll.
Und wie das bei uns so Sitte
wählten wir den König aus unserer Mitte.
Auf Gerd und Sofie fiel das Los
und alle drängten: "Donn dat blos".
Und ohne Angst und ohne Bange
holt Gerd den Vogel von der Stange.
So kam das große Fest heran
und alle, alle packten an.
Der ganze Zug - die Jüchener Straße,
sie halfen über alle Maße.
Bis fertig war die Tannenburg
ging's manche halbe Nächte durch.
Und für die ganze Helfertruppe
gab's Samstagmittag Erbsensuppe.
Das Geheimnis wurde schnell gelüftet,
die hatten Franz und Addi gestiftet.
Und weil alles hat so gut gefallen
hört man's vom ganzen Zug erschallen:
Am Kirmesmontag wird's erneuert
der Vogel von uns abgefeuert.
So haben wir im Jubeljahr
in unsrem Zug das Königspaar.
Mit Gisela und unsrem Martin
sind wir in jedem Falle "In".
Drum woll'n wir keine Mühe scheuen
und auf das Jubeljahr uns freuen.