Schriftzug Bürgerschützenverein
Bild einiger Fahnen und Blumenhörner
Bild unserer Kanone
Bild der Vorreiter
Bild vom Klompenzug
Bild des Vereinswappens

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Nächster Termin: Generalversammlung (15.04.2018)

Das Edelknabencorps Gierath - Gubberath 1957 stellt sich vor

Der Begriff Edelknabe kommt aus dem altgermanischen und bedeutet: junger, adliger Knabe, der bei Hofe dient. Die Geschichte der Edelknaben ist also so alt wie die Geschichte des Schützenwesens.
So beginnt auch die Geschichte der Edelknaben in Gierath-Gubberath mit der Gründung eines Bürgerschützenvereins im Jahre 1930. Den Überlieferungen zufolge darf angenommen werden, dass seit dieser Zeit auch Edelknaben (Jungschützen) an den Festlichkeiten teilgenommen haben. Es waren die Söhne des Grenadierzuges II. Die Väter führten damals die Söhne schon in das Leben im Bürgerschützenverein ein, damit sich daraus wieder Schützenzüge bilden konnten. Bis 1957 waren diese Jungschützen jedoch nicht organisiert in einem Corps, sondern Kinder, die mit geschmückten Fahrrädern das Schützenfest begleiteten oder Zuggruppen bildeten, wie zum Beispiel Tellschützen in Gubberath im Jahre 1950.
Das Jahr 1957 war die Grundsteinlegung für das Edelknabencorps in seiner jetzigen Form, wie sie heute noch Bestand hat. Mit dem Datum 13. April 1957 wurde auf der Generalversammlung im Saale Engemann auf Wunsch des Schützenkönigs Josef II. (Schmitz) beschlossen, für das anstehende Schützenfest eine Edelknabengruppe aus 12-14 Jungen aufzustellen, deren Ausbildung in den Händen des Königsadjutanten Willy Reiff liegen sollte. Damit es nicht bei diesem Wunsch blieb, machten sich der König und sein Adjutant auf den Weg. Sie suchten Väter von Jungen auf, um sie für die Idee zu begeistern. Die in Gang gekommene Mundpropaganda bewirkte den Rest. Die angestrebte Zahl von Jungen war bald erreicht und am Schützenfest 1957 nahmen 16 Edelknaben teil. Sie wurden geleitet durch den ersten Edelknabenbetreuer, der, bevor es zum Schützenfest gehen konnte, das Üben für die Edelknaben einführte. Der Platz, an dem die Kommandos "Antreten", "Reihe rechts", "Achtung Augen rechts" zu vernehmen waren, ist am Kreuzbaum an der alten Grevenbroicher Straße in Gierath. Heute wird dort immer noch vor dem Schützenfest geübt, jedoch auch mit Marschmusik. In den Jahren, wo der Fackelumzug noch zum festen Bestandteil des Schützenfestes gehörte, engagierten sich die Edelknaben mit vollem Eifer und konnten so Preisgelder einstreichen, und mit dem Zuschuss von 3.- DM pro Edelknabe wurden Uniformen in Korschenbroich bei Hintzen ausgeliehen, um ein einheitliches Auftreten zu gewährleisten. In den nächsten Jahren wuchs die Begeisterung für die Edelknaben innerhalb der Ortschaften Gierath und Gubberath, und dem unermüdlichen Einsatz des ersten Edelknabenbetreuers Willi Reiff ist es zu verdanken, dass sich immer wieder Personen fanden, die seine Aufgaben übernommen haben, um sich um das Wohl der Edelknaben zu kümmern. Der Grundgedanke der Betreuung liegt in dem Fortbestand des Schützenvereins Gierath-Gubberath 1930 e.V. durch die Jugend.
Die Betreuer der Edelknaben des BSV waren:
1957-1967 Willi Reiff,
1968-1969 Hans- Werner Warsönke,
1969-1985 Hans Schlaven,
1982-1987 Günter Wilms,
1988-1998 Bernhard Maier,
1998-2008 Siegfried Breuer.
Ende Oktober 2008 übernahm der Hubertuszug Gierath 1994 unter der Leitung von Zugführer Frank Paulussen die Betreuung der Edelknaben bis zu der Auflösung des Zuges im September 2011.
Seit dem werden die Edelknaben des BSV eigenverantwortlich von Frank Paulussen und Dieter Schiffer betreut.

Bild vom Wappen der Edelknaben
Das Wappen der Edelknaben

Aber nicht nur die Betreuer sind zu erwähnen, auch die Gönner, Paten, Protektoren und Alle, die sich immer tatkräftig für die Edelknaben eingesetzt haben und einsetzen. Dazu zählen im Besonderen die Familie Abels, die Ehefrauen der Edelknabenbetreuer Bernhard Maier und Siegfried Breuer, der Jägerzug Waidmannsheil, Annemarie Broich, Christel Esser, Gisela Wilms, Werner Berghoff, Willy Aretz, Hans-Werner Warsönke, Rudi Schmitz und nicht zu vergessen alle Schützenkönige und Schützen, die mit ihren Spenden den Erhalt sichern. Ein besonderer Dank gebührt auch dem Vorstand des Bürgerschützenvereins, der immer mit Rat und Tat zu jeder Zeit zur Seite steht.
Durch das Mitwirken Aller konnte der Fundus der Edelknaben begründet werden. Hierzu einige Eckdaten:
1980 Stiftung der Königskette "Edelknaben" durch Willy Aretz (1980 erster Vogelschuss der Edelknaben)
1982 Herstellung der Uniformen durch Annemarie Broich, Christel Esser und Gisela Wilms
1983 Herstellung von 32 Armbrüsten durch Günter Wilms, Günter Willkomm und Wilfried Reiff
1985 Anschaffung von 2 Blumenhörnern
1990 Herstellung von 30 weiteren Uniformen in Form von Westen durch Monika Elyswik, Brigitte Maier und Maria Vogt
1990 Erweiterung des Hutbestandes und Anschaffung von Krawatten
1991 Nach Vorlage von Werner Berghoff stickte Brigitte Maier den Wimpel der Edelknaben
1991 Familie Abels stiftet die Königskette der Jungschützen (Frischlinge)
1994 Anschaffung von 2 Pagensäbeln über Kurt Zimmermann
2003 Geschenk von 25 Gewehren durch König Bernd Bachmann
2006 Geschenk eines Wanderpokals an die Jungschützen für den besten Schützen durch König Rolf Schwittay
2009 Übergabe einer neuen Edelknabenkette durch König Uwe Rickal
2009 Anschaffung von 40 Poloshirts durch die Sponsoren GEK (Gemünder Krankenkasse) und Debeka.
Von den Anfängen bis heute gibt es immer wieder Schützenkönige, die ihre ersten Erfahrungen mit dem Schützenwesen bereits bei den Edelknaben machten.
Denn: Edelknaben erleben das Miteinander in der Zuggemeinschaft und im Verein. Sie erhalten Anregungen für gesellschaftliche Betätigungen und Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung.
Das Edelknabencorps bildet sich aus Jungen im Alter zwischen 6-16 Jahren. Es gibt 2 Gruppen: 6-12 Jahre Edelknaben, 13-16 Jahre Jungschützen (Frischlinge). Alle Übergänge sind fließend und zielen letztlich darauf, einen neuen Schützenzug im BSV zu bilden. Und in der Tat: In den letzten Jahren entstanden immer wieder neue Züge aus den Reihen der Edelknaben.
Wer kann bei den Edelknaben mitmachen?
Die Frage kann leicht beantwortet werden. Jeder Junge im Alter ab 6 Jahren. Nicht nur Jungen von Schützenvätern sind bei den Edelknaben, sondern auch begeisterte Jungen, die das Schützenleben kennen lernen wollen. Die Edelknaben sind völlig integriert in das Schützenleben des BSV. Sie unterstützen den Schützenkönig bei seinem Biwak, haben einen eigenen Vogelschuss, somit auch Könige, und vollziehen die Krönungen in einer Feierstunde am Schützenfestsonntag im Festzelt. Sie engagieren sich in Jugendprojekten (aktuell: Aktion Kindertraum) und haben auch ein eigenes Zugleben. Es werden Ausflüge in Freizeitparks für einen Tag oder ein dreitägiger Kurzurlaub unternommen mit Unterstützung der Väter. Natürlich wird auch geübt für das Schützenfest. Beliebt ist das Üben am Kreuzbaum mit Musik.
Wie finanzieren sich die Edelknaben?
Eine Frage die auch leicht beantwortet werden kann. Durch Zuschüsse des BSV, Spenden der Schützen bei einer Zeltsammlung am Schützenfestsonntag, einem kleinen Jahresbeitrag (10 €), Sach- und Geldspenden von Gönnern und Spenden beim jährlichen Schützenbiwak.
Was Edelknaben von gestern und heute verbindet ist der Stolz auf die Uniform. Die Vorbilder, denen nachgeeifert wird, sind wie damals die Väter und Großväter, Nachbarn und Bekannte.
Die Zukunft der Edelknaben ist auch die Zukunft des Vereins. Lasst uns alles dafür unternehmen, dass es eine schöne, sichere Zukunft wird.

Chronik der Jungschützen

Das Edelknabencorps Gierath-Gubberath 1957 feierte 2011 den 20. Vogelschuss der Abteilung Jungschützen, genannt Frischlinge.
Wo und wie alles begann, darüber soll die folgende Chronik berichten.
1991 bestand das Edelknabencorps aus 45 Edelknaben in der Altersgruppe zwischen 5-16 Jahren. Die Edelknaben wurden in 3 Gruppen geführt. 1. Gruppe zwischen 5-10 Jahre, 2. Gruppe zwischen 11-13 Jahre, 3. Gruppe zwischen 13-16 Jahre. Die Älteren wurden zu dieser Zeit mit der Tellschützenuniform ausgestattet.
Nach dem Vogelschuss der Edelknaben am 01.05.1991 überlegte der Edelknabenbetreuer Bernhard Maier zusammen mit dem Vorstand des Bürgerschützenvereins Gierath-Gubberath 1930 e.V., dass die 13-16 jährigen in einer Jägeruniform das kommende Schützenfest bestreiten sollten. Während der Versammlung am 31.05.1991 mit dem Vorstand wurden folgende Neuerungen festgelegt.
Auszug aus den Jahrbüchern: "In Zukunft werden alle ab 13 bzw. 14 Jahren und bis zum 16. Lebensjahr in einer Jägeruniform beim Schützenfest mitmachen. Der Jungzug, der sich aus dieser Gruppe ergibt, wird eine Untergliederung der Edelknaben mit eigenem Namen und eigenem Zugkönig. Dem Jungzug steht dann auch ein Zugführer vor. Zugführer ist in diesem Jahr H.D. Abels."
Folgende Edelknaben wurden direkt zu Jungschützen:
Abels Heinz-Dieter, Barb Benjamin, Engemann Sebastian, Esser Stephan, Fischer Jens, Heister Andre, Hermann Henning, Kroll Alexander, Pelzer Stephan, Werth Peter, Wilms Andre.
So wurde der Grundstein für die Jungschützen gelegt. Was noch fehlte war natürlich ein Vogelschuss, damit man auch im Schützenjahr 1991 einen Zugkönig der Jungschützen hatte.
Spontan erklärte sich die Schützenfamilie Abels bereit, den ersten Vogelschuß der Jungschützen bei sich stattfinden zu lassen. So traf sich am 21.06.1991 die neuformierte Gruppe der älteren Schützen zum 1. Zugkönigsschießen bei der Fa. Abels auf dem Hof in Gubberath. Voller Begeisterung schoss man nun den neuen Zugkönig aus. Man hörte immer wieder lautes Schreien in Gubberath wenn der Vogel wankte, und dann geschah das, was sich jeder junge Schütze einmal wünscht. Der Vogel fiel und 1. Zugkönig wurde zum Erstaunen aller Heinz-Dieter Abels. "Zugführer und Zugkönig, was für ein tolles Erlebnis für den Jungen!" war zu vernehmen.
Nach dem Vogelschuss konnte man in Gubberath noch Gerüche eines Grillwettbewerbs feststellen. Es wurde gegrillt was das Zeug hält. Die hungrigen Jungschützen konnten es gar nicht erwarten. Rundum versorgt von Frau Abels und ihrem selbstgemachten Kartoffelsalat, Gubberather-Art, kam es noch zur Namensfindung des Jungzuges. Schnell wurde man sich einig, dass der Zug nun "Frischlinge" heißen sollte.
Gesagt, getan, und während der erweiterten Vorstandssitzung am 23.06.1991 konnte der damalige Schriftführer des BSV, Hans Bert Winzen, ins Protokoll aufnehmen, dass sich die Edelknaben nun in zwei Gruppen aufteilen und dass die Älteren eine Untergliederung der Edelknaben mit eigenem Zugführer, Zugkönig und Zugnamen sind. Der Name des neuen Jungschützenzuges heiße fortan "Frischlinge".
Hans-Werner Wahrsönke, der damalige Präsident und ein aktiver Begleiter der Edelknaben, freute sich darüber und konnte der Versammlung mitteilen, dass sich sein Wunsch, die Jugend im Schützenwesen noch mehr zu integrieren, erfüllt habe mit der der Neugründung der Frischlinge im Edelknabencorps.
Bernhard Maier konnte der Versammlung mitteilen, dass er auch einen Spender für die Zugkönigskette gewinnen konnte während des Vogelschusses in Gubberath. Der Gönner war wiederum die Fa. Abels, die sich im besonderem für den BSV und die Edelknaben einsetzt.
In der Antrete- und Anzugsordnung für Edelknaben zum Schützenfest 1991 konnte nun Bernhard Maier folgenden Untersatz schreiben: "Bitte beachten: Die Krönung des Edelknabenkönigs und Zugkönigs des Jungschützenzuges "Frischlinge" findet am Sonntagmorgen, den 18.08.1991, im Festzelt statt.
Damit war der Grundstein gelegt, dass die Schützenwelt in Gierath-Gubberath von nun an ein Edelknabencorps, bestehend aus 2 Gruppen mit 2 Zugkönigen, erhalten hatte.
Werner Berghoff, der im Jahr 1991 den neuen Wimpel der Edelknaben kreierte, erschuf sofort auch ein neues Zugkönigsschild für die Frischlinge. Am 16.08.1991 konnte somit auch der erste Zugkönig geschmückt werden.
Nachdem die älteren Frischlinge zu alt geworden waren, noch weiter im Edelknabencorps zu verbleiben, gründeten einige aus den Reihen wieder neue Züge. Ein Beispiel hierfür sind die Jungen Dachse 1996, wo Jens Fischer zum Gründungsmitglied gehört, oder auch die Wilde Jonge, wo H.D. Abels, Stephan Esser und Sebastian Engemann zu den Mitgliedern gehörten und gehören.
Immer wieder, wenn es darum geht, die Jugend zu fördern zum Wohl des Bürgerschützenvereins Gierath-Gubberath 1930 e.V., ist Familie Abels zur Stelle.
Im Schützenjahr 2010 zum Schützenfest überreichte während der Krönungsfeierlichkeiten der Edelknaben Frau Abels den Frischlingen eine neue Zugkönigskette, die erstmals 2011 bei der Krönung Verwendung fand. Und an den Ursprung anknüpfend fand folgerichtig am 09.04.2011 wieder der Königsvogelschuss der Frischlinge auf dem Hof der Gönnerfamilie statt. Nach 20 Jahren und vielen Vogelschüssen in anderer Umgebung erlegten dort 17 Jungschützen den Vogel aus Holz. Abgerundet wurde der Nachmittag mit gemütlichem Beisammensein mit der Familie Abels und Grillen wie damals, als alles begann. Als Gäste zum Vogelschuss fanden sich auch Mitglieder des Sappeurzuges 1956 ein, weil sich einige Jungschützen und Freunde dem Sappeurzug 1956 zum Schützenfest 2012 anschließen wollen. Hier sollte der Grundstein gelegt werden, sich kennen zu lernen. Zu den weiteren Gästen gehörte der Vorstand des BSV unter der Leitung des Präsidenten Karlheinz Engels wie auch der Schützenkönig 2010/2011, S.M. Dieter I. (Schiffer), der auch aktiver Edelknabenbetreuer seit 2008 ist.
Hier kann man sehen wie wichtig es vielen Schützen ist, die Jugend im Schützenwesen zu integrieren, damit der BSV Gierath-Gubberath 1930 e.V. weiter Fortbestand hat. Das Erleben des Schützenwesens und die Integration der Jüngsten steht für eine gesicherte gute Zukunft im Vereinsleben des Doppeldorfes Gierath-Gubberath.
Stellvertretend für das Edelknabencorps möchte ich mich hiermit bedanken bei allen Gönnern und Schützen, die sich für die Jugendarbeit engagieren.